Beispiel 7: Herr R.
Alternative Beschäftigungsmöglichkeit, Kombination WfbM/ Übergang zum allgemeinen Arbeitsmarkt
Ausgangssituation:
- Herr R. (37 Jahre) arbeitet im Produktionsbereich einer WfbM und engagiert sich als Mitglied des Werkstattrates. Mit seiner Arbeitssituation ist er unzufrieden bzw. fühlt sich unterfordert. Eine Interessensvereinigung für Menschen mit Behinderung bietet ihm eine auf zwei Jahre befristete (nicht sozialversicherungspflichtige) Teilzeitbeschäftigung im Bereich der Weiterbildung von Werkstatträten an. Um diese Tätigkeit ausüben zu können und von seinem Wohnort zum Beschäftigunsgsort zu gelangen, benötigt Herr R. Unterstützung.
Unterstützungsbedarf:
- Herr R. ist Rollstuhlfahrer und hat auch aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen einen umfassenden Unterstützungsbedarf in vielen Dingen des alltäglichen Lebens (Assistenz, Pflege).
- Wegen einer Diabeteserkrankung benötigt er außerdem medizinisch-pflegerische Hilfe (muss mehrfach am Tag gespritzt werden).
Budget-Lösung:
- Herr R. arbeitet an drei Tagen in der Woche wie bisher in der WfbM und an zwei Wochentagen als Weiterbildungsreferent für Werkstatträte bei der Interessensvereinigung.
- Mit der WfbM wurde vereinbart, dass Herr R. weiter als Vollzeitmitarbeiter der WfbM gilt und somit seinen bisherigen (sozialversicherungspflichtigen) Status behält.
- Die WfbM erhält weiterhin vom überörtlichen Sozialhilfeträger die Entgelte für den WfbM-Platz, und Herr R. erhält etwa zwei Fünftel der Maßnahmepauschale (für zwei Arbeitstage), um seine Assistenz während seiner Referententätigkeit zu organisieren.
- Da auch die Kranken- bzw. Pflegekasse mit Leistungen beteiligt ist, ließe sich ggf. auch ein Trägerübergreifendes Budget realisieren, Herr R. möchte diese Leistungen jedoch zunächst weiterhin als Sachleistung in Anspruch nehmen.
Quelle: Metzler et al. Wissenschaftliche Begleitforschung zur Erprobung trägerübergreifender Persönlicher Budgets, Universität Dortmund, Universität Tübingen (Januar 2006 / Juli 2007)