Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Beispiel 2: T. K.

Wechsel von zu Hause in ambulant unterstütztes Wohnen Ich bin ich und habe jetzt ein Persönliches Budget.

Ich habe vorher zuhause bei meiner Mutter gewohnt, das war ok, aber wir haben uns auch oft gestritten. Ich habe mir einen Hasen gekauft, der ist mein bester Freund und heißt Stephan. Ich habe mir schon lange gewünscht, eine eigene Wohnung zu haben. Ich wusste aber nicht, wie ich das organisieren soll und war mir auch nicht sicher, ob ich das alleine hinbekomme. Mit meiner Mutter konnte ich nicht so gut darüber reden.

Irgendwie bin ich dann bei meiner Assistenzorganisation gelandet. Wir haben uns dann ganz oft getroffen und meine Zukunft geplant. Meine Unterstützerin vom IFD war fast immer dabei, ich wollte das nicht alleine machen.

Am Anfang habe ich mich sehr gewundert, ich durfte meine Träume und Wünsche erzählen und niemand hat darüber gelacht, sondern man hat mich ernst genommen. Das fand ich ganz schön aufregend. Es hat mir unheimlich viel Spass gemacht, obwohl wir oft ganz lange gemeinsam gearbeitet haben, aber wir haben nicht nur geredet, sondern viel gelacht, gemalt, gebaut, fotografiert und Tee getrunken. Und immer ging es dabei um mich und meine Zukunft.

Am Ende kam dann aus den ganzen Treffen ein Bericht zustande, der mich richtig gut beschrieben hat mit allen meinen Wünschen, mit den Dingen, die ich besonders gut kann und den Dingen, für die ich Unterstützung brauche.
Es gab dann einen Termin mit meiner Assistenzorganisation beim Kreis. Dort wurde mein Persönliches Budget genehmigt. Dieser Termin war ganz schön anstrengend und auch aufregend, immerhin ging es ja um mich und um meine Ziele. Es wurden mir viele Fragen gestellt. Ich hatte so etwas noch nie erlebt, aber hinterher fühlte ich mich richtig gut, weil ich wusste, nun geht es voran.

Ich habe dann mit Hilfe von meiner Assistenzorganisation eine Unterstützerin gefunden, die mir bei der Wohnungssuche geholfen hat. Ich habe mich für diese Unterstützerin entschieden.

Mit dem Budget bezahle ich meine Unterstützerin, die mit mir eine schöne Wohnung gefunden und auch den Umzug mit organisiert hat.
Jetzt gewöhne ich mich an meine eigene Wohnung zusammen mit Stephan. Meine Unterstützerin kommt regelmäßig vorbei und beantwortet mir viele Fragen.

Meine Assistenzorganisation besucht mich auch, und dann gehen wir zusammen zur Bank und bezahlen die Unterstützer und ich kann berichten, was gut und was schlecht läuft. Mein Persönliches Budget wurde verlängert und jetzt will ich Kochen lernen.


Quelle: www.carenetz-service.org/Erfahrungsberichte.36.0.html

 
 
 
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