Die Lebenshilfe - Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
 

Ein Sketsch zum Persönlichen Budget

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Frau A.:
Guten Tag. Ich hab mal ne Frage an Sie.

Herr B.: Ja, kommen Sie nur herein. Wir sind ja jetzt kommunalisiert – wir sind ja jetzt bürgernah. Was haben Sie denn auf dem Herzen?

Frau A.: Ich wollte mich mal erkundigen – nach diesem ... Wie heißt das noch? Persönliches Püree oder so ähnlich.

Herr B.: Ah, Sie meinen sicher das Persönliche Budget.

Frau A.: Genau das meine ich. Und das will ich haben.

Herr B.
: So, das wollen Sie also haben. Wofür brauchen Sie denn ein Persönliches Budget?

Frau A.
: Na ja wissen Sie, ich bin eh immer ein bisschen knapp bei Kasse. In der Behindertenwerkstatt verdient man ja so gut wie nichts. Und meine Miete, die ist so was von teuer!

Herr B.
: Ja, das verstehe ich. Aber für die Miete ist das Persönliche Budget gar nicht da.

Frau A.: Ach so. Aber wofür ist es denn dann da?

Herr B.: Das Persönliche Budget ist für die Leistungen der Teilhabe und der Hilfe zur Pflege?

Frau A.: Wat is dat denn? Können Sie mir das mal erklären?

Herr B.: Ich versuche es. Als behinderter Mensch brauchen Sie doch immer wieder Unterstützung, zum Beispiel beim Wohnen.

Frau A.: Das stimmt! Also wenn ich zum Beispiel so schwierige Briefe kriege vom Amt, da komme ich gar nicht zurecht.

Herr B.: Aha! Und welche Hilfe brauchen Sie noch?

Frau A.: Na ja, wenn ich Stress habe mit meinem Freund, dem Erwin. Oder wenn ich im Haushalt nicht mehr durchblick. Dann hilft mir die Monika.

Herr B.: Und wer ist denn die Monika?

Frau A.: Das ist doch die Betreuerin vom „Ambulant Betreuten Wohnen“.

Herr B.: Und die kommt regelmäßig zu Ihnen?

Frau A.: Genau! Die kommt so einmal die Woche.

Herr B.: Sehen Sie. Das was die Monika bei Ihnen macht, das ist Hilfe zur Teilhabe. Brauchen Sie denn auch Hilfe bei der Pflege?

Frau A.: Nee, das mache ich alles selbst. Aber der Erwin – also der lebt im Wohnheim – und der kriegt auch immer wieder Hilfe beim Duschen, Anziehen, Nägelschneiden und so.

Herr B.:
Genau, das ist Hilfe zur Pflege. Dafür kann man auch ein Persönliches Budget bekommen.

Frau A.: Aber für Miete und Essen und so nicht?

Herr B.: Nein dafür nicht. Wenn Sie wenig Geld haben, kriegen Sie dafür ja schon die Grundsicherung.

Frau A.: Na ja, die paar Kröten ...

Herr B.: Müssen dafür leider ausreichen.

Frau A.: Und wie sieht’s mit Freizeit aus? Urlaub und so?

Herr B.: Also, so normale Hotelkosten und so was müssen Sie auch von der Grundsicherung bezahlen.

Frau A.: Ach du meine Güte!

Herr B.: Aber wenn Sie zum Beispiel wegen Ihrer Behinderung eine Begleitung brauchen, dann kann das eine Teilhabeleistung sein. Und die können Sie dann vom Persönlichen Budget bezahlen.

Frau A.: Feine Sache! Und wie ist das jetzt? Ich beantrage das jetzt bei Ihnen und dann bekomm ich das einfach zusätzlich oder was?

Herr B.: Nicht zusätzlich! Sie bekommen das Persönliche Budget an Stelle der Sachleistung.

Frau A.: Sachwas? Was ist denn das jetzt schon wieder?

Herr B.: Dass die Monika regelmäßig zu Ihnen kommt. Das ist eine Sachleistung.

Frau A.: Heißt das: wenn ich das Persönliche Budget kriege, dann kommt die Monika nicht mehr?

Herr B.: Nicht unbedingt.

Frau A.: Hä? Jetzt kapier ich gar nichts mehr.

Herr B.: Ich erklär es Ihnen: Wenn Sie das Persönliche Budget kriegen, dann kommt die Monika nicht mehr automatisch.

Frau A.: Sondern?

Herr B.: Dann bekommen Sie erst mal Geld auf Ihr Konto.

Frau A.: Das finde ich gut.

Herr B.: Und dann entscheiden Sie, wofür Sie das Geld ausgeben. Sie können auch entscheiden, dass Sie der Monika etwas dafür zahlen, wenn Sie weiterkommt.

Frau A.: Was denn, die muss ich dann bezahlen? Die kam doch bis jetzt immer umsonst.

Herr B.: Ja das stimmt. Aber die Monika bzw. ihr Dienst bekommt ja dann kein Geld mehr von uns. Also, wenn Sie wollen, dass sie weiterhin zu Ihnen kommt, müssen Sie zahlen.

Frau A.: Na schön, dann blech ich halt. Aber was habe ich dann von dem ganzen schönen Budget? Das ist ja dann gleich wieder weg.

Herr B.: Nicht unbedingt. Vielleicht sagen Sie ja der Monika: „Es reicht mir eigentlich, wenn Du nur noch alle zwei Wochen kommst.“ Dann haben Sie Geld übrig.

Frau A.: Ach so geht das?

Herr B.: Und dann können Sie z.B. von dem Geld mal eine Freizeit bezahlen oder einer Nachbarin etwas dafür geben, dass sie Ihnen ein bisschen im Haushalt hilft.

Frau A.: Jetzt kapier ich das langsam. Also das muss ich mir jetzt noch mal überlegen. Wenn ich das will mit dem Persönlichen Budget. Was muss ich dann machen?

Herr B.: Dann kommen Sie wieder zu mir. Dann besprechen wir alles weitere. Zum Beispiel auch über die Höhe Ihres Budgets.

Frau A.: Na ja, viel wird’s ja nicht sein, wie ich euch so kenne.

Herr B.: Schaumer mal!

Frau A.: Und der Erwin? Wenn der auch ein Budget will?

Herr B.: Kann er auch zu mir kommen. Dann klären wir das. Ich rede dann auch mit seiner Pflegekasse. Damit die was zahlen für die Pflegehilfe, die er braucht.

Frau A.: Echt Klasse! Sagen Sie mal, eine Frage habe ich noch: Wie lange gibt’s denn das jetzt schon mit dem Persönlichen Budget?

Herr B.: Schon seit ein paar Jahren.

Frau A.: Echt? Und warum weiß da keiner was von?

Herr B.: Na ja, hat sich noch nicht so rumgesprochen. Wissen Sie, meine meisten Kollegen haben auch noch keine große Ahnung davon.

Frau A.: Na denn, tschüss.

Herr B.: Tschüss. Und bis bald.


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Sprecher: Jeannette Römer und Michael Faas
 
 
 
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